Projekte
Die ARA Thunersee investiert Jahr um Jahr mehrere Millionen Franken in den Um- und Ausbau, die Sanierung und die Erhaltung der Anlage. Dies einerseits, um die Reinigungsleistung stetig zu verbessern und Abläufe zu optimieren und andererseits, um den ordnungsgemässen Betrieb der Anlage zu jeder Zeit sicherstellen zu können.
Nachfolgend finden Sie eine Übersicht über die umfangreichsten Projekte der Gegenwart und der näheren Vergangenheit.
Sanierung Hebewerk Hauptkanal
Ab Herbst 2011 wurde auf dem Gemeindegebiet von Heimberg das ARA Haupthebewerk, welches aus den Pumpwerken Hauptkanal und Heimberg besteht, saniert. Eine besondere Herausforderung dabei war, dass die Abwasserförderung während der gesamten Bauzeit jederzeit gewährleistet sein musste.
Augenfällig ist das Gebäude an der Kantonsstrasse, welches eine neue Fassade erhielt und damit an die Architektur der bestehenden Gebäude der ARA anschliesst.
Die bewährten vierzigjährigen Schneckenpumpen des Hauptpumpwerks wurden ausgebaut und beim Hersteller in Holland einer Totalrevision unterzogen. Einzig die Antriebsmotoren wurden durch hocheffiziente Aggregate neuster Technik ersetzt. Beim kleineren Pumpwerk Heimberg wurden zwei der vier Tauchpumpen ausgebaut und an deren Stelle eine Schneckenpumpe installiert. Die Erfahrungen vom Pumpwerk Uetendorf zeigten im Vorfeld, dass durch die kontinuierliche Förderung weniger Ablagerungen und dadurch auch weniger Geruchsemissionen entstehen.
Im November 2012 wurde die Sanierung des Hebewerks Hauptkanal abgeschlossen und die Anlage wurde mit einer kleinen Feier am 30.11.2012 eingeweiht.
Budgetierte Brutto-Investitionen: sFr. 1'960'000.00
Ausführung: 2011 - 2012 (abgeschlossen)
Ersatz Zentrifuge 2
Die Zentrifuge 2 aus dem Jahr 1996 hatte 2010 ihre Lebensdauer erreicht und wurde ersetzt. Im Oktober wurde die alte Maschine demontiert. Danach mussten zwei Fundamente betoniert werden, damit mögliche Schwingungen auf des Gebäde minimiert würden. Im Dezember 2010 wurde die neue Maschine geliefert und innert weniger Tage in Betrieb genommen. Die neue Zentrifuge 2 zeichnet sich durch eine gute Entwässerungsleistung und vor allem durch Laufruhe und einen deutlich geringeren Strombedarf gegenüber der alten Maschine aus.
Budgetierte Brutto-Investitionen: sFr. 360'000.00
Ausführung: 2010 - 2011 (abgeschlossen)
Ersatz Blockheizkraftwerk 1
Das 15-jährige Blockheizkraftwerk 1 hat seine Lebensdauer 2009 erreicht und musste ersetzt werden. Auf Grund der guten Erfahrungen mit dem im Jahr 2007 installierten BHKW 3 wurde ein baugleiches Aggregat beschafft. Der alte Motor wurde im September 2009 stillgelegt und demontiert. Zwei Wochen später erfolgte die Lieferung des neuen Aggregates. Innerhalb von vier Wochen war die technische Einbindung (elektrische Anschlüsse, Heizung, Lüftung, Leitsystem) fertiggestellt und der Motor konnte termingerecht Mitte Oktober 2009 in Betrieb genommen werden.
Budgetierte Brutto-Investitionen: sFr. 500'000.00
Ausführung: 2009 (abgeschlossen)
Ersatz Prozessleitsystem
Das Prozessleitsystem ist das Herz der ARA. Eine einwandfreie Funktion ist Voraussetzung für den Betrieb der Kläranlage. Das bisherige System wurde 1992 evaluiert, ab 1994 eingebaut (weist damit eine überdurchschnittlich hohe Lebensdauer aus) und bewährte sich seither gut. Der verwendete Steuerungstyp wurde allerdings schliesslich nicht mehr hergestellt und eine Ersatzteillieferung war nur noch für kurze Zeit garantiert. Vermehrte alterungsbedingte Ausfälle von Steuerungselementen zwangen uns 2007 zu einem Ersatz des Prozessleitsystems. Während der rund zwei Jahre dauernden Projekt-Laufzeit wurden insgesamt zwanzig Unterstationen umgebaut. Mit dem neuen Leitsystem hat die ARA ein Instrument mit zukunftsgerichteter, wegweisender Technologie erhalten um den hohen Anforderungen zum Betrieb der Kläranlage bestens gerecht zu werden.
Budgetierte Brutto-Investitionen: sFr. 2'500'000.00
Ausführung: 2007 - 2009 (abgeschlossen)
Weitergehende Stickstoffbehandlung (Prozessabwasserbehandlung)
Das Nährstoffverhältnis im Abwasser auf der ARA Thunersee war bezüglich Stickstoff ungünstig (nicht zuletzt wegen der Schlammentwässerung). Methoden für eine weitergehende, separate Stickstoffbehandlung waren lange bekannt und bewährt, aufgrund der hohen Investitionskosten aber für uns nicht lohnend. Unterdessen war jedoch ein neues biologisches Verfahren auf dem Markt, welches mit einer deutlich geringeren Infrastruktur auskommt und dadurch nun auch wirtschaftlich interessant war. Im Herbst 2007 begannen die Bauarbeiten mit der Erstellung des runden Reaktorbehälters; bis zum Sommer 2008 war die Anlage fertiggestellt. Bereits nach dem ersten halben Jahr Betrieb der DEMON-Anlage konnte ein positives Fazit gezogen werden: die biologische Reinigungsstufe wird durch die Vorbehandlung des Zentratwassers deutlich entlastet. Dadurch können tiefere Schlammgehalte gefahren werden, was sich unter Anderem in einem geringeren Energiebedarf auswirkt.
Budgetierte Brutto-Investitonen: sFr. 1'350'000.00
Ausführung: 2007 - 2008 (abgeschlossen)
