Unternehmen

Die ARA Thunersee

«Wer Wasser verschmutzt, hat es auch zu reinigen.» Platon (428 bis 348 v. Chr.)

Der Gemeindeverband ARA Thunersee erfüllt diese Aufgabe für die 36 Gemeinden in seinem Einzugsgebiet und die 123‘000 angeschlossenen Einwohner. Das Ergebnis kann sich sehen lassen: Die ARA Thunersee erbringt im schweizweiten und internationalen Vergleich Leistungen auf hohem Niveau zu günstigen Kosten.

Die Organisation als Gemeindeverband koordiniert die Bedürfnisse und Wünsche aller Gemeinden und räumt diesen ein angemessenes Mitspracherecht ein, ohne im Tagesgeschäft Entscheidungswege unnötig zu verlängern.


Meilensteine
Gründung ARA Region Thun 1963
Erstinbetriebsetzung 1972
Umbenennung in ARA Thunersee 2000
Personalbestand
Total 20 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
davon 16 Festangestellte mit 1'505 Stellenprozenten
  3 Mitarbeiterinnen im Stundenlohn
  1 Lehrling

Chronik

17.03.1953 Einwohnergemeinde und Burgergemeinde Uetendorf beschliessen die Freihaltung des heutigen ARA-Standortes.
08.08.1956 Abklärungen über eine gemeinsame ARA für die Gemeinden Heimberg, Thierachern und Uetendorf.
12.06.1958 Ablieferung der Studie über die Zuleitungen und Standorte möglicher Abwasserreinigungsanlagen (ARA) in der Region Thun. Konstituierung der Arbeitsausschüsse.
21.01.1962 Bewilligung Nr. 21J78 zur Einleitung von Abwasser in die Aare durch die Baudirektion des Kantons Bern.
22.10.1962 Landerwerb von der Burgergemeinde Uetendorf (8,37 ha) für den Bau der ARA.
21.03.1963 Gründung des Gemeindeverbandes ARA Region Thun anlässlich der konstituierenden Delegiertenversammlung im Rest. Maulbeerbaum in Thun. (8 Gemeinden und Eidg. Militärbetriebe Thun)
29.06.1966 Spatenstich.
04.05.1972 Inbetriebnahme des mechanischen Anlageteils.
18.10.1972 Inbetriebnahme des biologischen Anlageteils.
17.09.1973 Einweihung der ARA.
1994 - 1998 Gesamterneuerung der Biologie und der Schlammbehandlung.
17.12.1997 Inbetriebnahme Wärmeverbund Heimberg.
2000 Die ARA Region Thun bennent sich in ARA Thunersee um und gibt sich neue Organisationsstrukturen.
04.09.2003 Die ARA Thunersee zertifiziert ihren aus Biomasse produzierten Ökostrom als schweizweit erste Kläranlage mit dem «naturemade star».
02.06.2004 Die ARA Thunersee erhält das Zertifikat «Naturpark» für ihre naturnahe Bepflanzung des Firmenareals.
2008 Inbetriebnahme der Prozessabwasserbehandlung nach dem DEMON®-Verfahren.
2010 Die ARA Thunersee produziert erstmals mehr Strom als sie verbraucht.
17.08.2016 Spatenstich zum Ausbau PAK: Elimination von organischen Spurenstofen.
18.10.2017 Beginn der Biogaseinspeisung und des Wärmebezugs bei der KVA.

Kennzahlen

Die wichtigesten Kennzahlen im Überblick

  Jahr 2015 Jahr 2016 Jahr 2017  
Allgemeine Angaben
Angeschlossene Einwohner (gerundet) 122'400 122'600 123'200  
Ausbaugrösse (EW = Einwohnerwerte) 200'000 200'000 200'000 EW
Aktuelle mittlere Belastung (CSB, N, P) 132'000 130'000 131'000 EW
 
Zulauf zur ARA
Trockenwetteranfall 31'103 32'251 30'189 m3/Tag
Mittlerer Abwasseranfall 39'470 42'834 37'832 m3/Tag
Fremdwasseranteil 31 35 27 %
Mittlere organische Belastung 14'457 13'704 14'914 kg CSB/Tag
Mittlere Stickstoffbelastung 1'544 1'511 1'562 kg Ntot/Tag
Mittlere Phosphorbelastung 243 228 230 kg Ptot/Tag
 
Entsorgung
Rechengut 444 614 627 t/Jahr
Sandfanggut 32 32 33 t/Jahr
Klärschlamm entwässert 11'960 11'386 10'830 t/Jahr
Anteil Trockensubstanz 26.4 26.4 25.8 %
Klärschlamm Trockensubstanz 3'158 3'002 2'786 t TS/Jahr
davon Faulschlamm anderer ARA 1'132 1'084 963 t TS/Jahr
 
Energie
Gasproduktion 1.93 2.02 2.03 Mio. m3
Gasproduktion Brennwert H0 13.2 13.9 13.9 GWh/Jahr
Gasverkauf Brennwert H0     2.56 GWh/Jahr
Stromeinkauf = Stromverbrauch 3.71 3.85 4.01 GWh/Jahr
Stromverkauf 3.97 4.21 3.26 GWh/Jahr
Eigendeckungsgrad Strom 107 109 81.4 %
Stromverbrauch pro Einwohnerwert 28.1 29.6 30.6 kWh/EW
Wärmeproduktion BHKW 6.2 6.7 5.3 GWh/Jahr
Einkauf Wärme     0.8 GWh/Jahr
Verkauf Wärme 2.9 3.1 2.0 GWh/Jahr
 
Abbauleistungen
Organische Stoffe (CSB) 94.4 93.3 94.9 %
Stickstoff (Ntot) 78.9 74.1 75.8 %
Phosphor (Ptot) 94.3 95.3 94.9 %
 
Kosten
Nettobetriebskosten 4.664 5.306 1 5.248 Mio. Fr.
Nettobetriebskosten pro Einwohnerwert 35.3 40.8 40.1 Fr./EW
Werterhaltungskosten (KGV Art. 32) 3.5 3.5 3.5 Mio. Fr.
Empfohlene Einlage Spezialfinanzierung 80 80 80 %
Empfohlene Einlage pro Einwohnerwert 21.1 21.6 21.6 Fr./EW
 
1 Abzüglich Strombezug Baustelle A6
2 Erstmals inklusive Abgabe an den Bund von rund 1.1 Mio. Franken

Eine detaillierte Analyse der Abwasserkennzahlen der Jahre 2007 - 2016 finden Sie im nachfolgenden Bericht „Abwasserkennzahlen ARA Thunersee“.

Publikationen Abwasserkennzahlen

Prozesse

So funktioniert die ARA Thunersee

Hebewerke

Durch die Kanalisationen fliesst das Abwasser vom Produzenten zur ARA Thunersee. Zwei Hebewerke (Hauptkanal und Heimberg) auf der Ostseite der Aare und ein Hebewerk (Uetendorf) auf der Westseite überbrücken die Höhendifferenz des tiefer liegenden Kanalisationsniveaus und der Abwasserreinigungsanlage.

Grob- und Feinrechen

Das Abwasser fliesst durch Kanalisationen zur Kläranlage. Im Grob- und anschliessend im Feinrechen werden als Erstes die festen Gegenstände aus dem Abwasser entfernt.
Viele dieser Dinge gehören gar nicht auf die Kläranlage und könnten viel einfacher schon zu Hause mit dem Kehricht entsorgt werden.

Sandfang

Im ersten kleinen Becken, dem Sandfang, sinken schwere Gegenstände wie Steine und Sand zu Boden und werden aus dem Abwasser entfernt.
Frösche, Kröten und andere Amphibien, die sich in die Kanalisationen verirrt haben und anschliessend zur Kläranlage gespült wurden, können durch eine Rettungstreppe fliehen.

Vorklärbecken

In den grossen Vorklärbecken fliesst das Abwasser nur ganz langsam hindurch. Viele Verunreinigungen sinken deshalb zu Boden und werden mit einem Räumer zu einem Trichter geschoben und weggepumpt. Zusätzlich schwimmen Fette und Oele auf der Oberfläche des Abwassers und werden ebenfalls entfernt.

Biologie bzw. Belüftung

Beim Einlauf in die Belüftung wird das Abwasser zuerst mit Schlamm aus den Nachklärbecken gemischt. In diesem befinden sich unzählige Bakterien und Mikroorganismen die hungrig den Schmutz im Abwasser fressen und in Biomasse umwandeln. Einige Bereiche in der Biologie werden nur gerührt, der grössere Teil wird jedoch mit viel Luft versorgt, damit optimale Bedingungen für die verschiedenen Bakterien geschaffen werden.

Nachklärung

Wie im Vorklärbecken sinkt der Schlamm (Bakterien) langsam zu Boden. Dort schieben ständig laufende Kettenräumer diesen zur Beckenmitte von wo er zur Biologie zurückgepumpt wird. Der überschüssige Anteil des Schlammes wird zur Weiterverarbeitung zur Schlammfaulung gepumpt.
Das nun saubere Abwasser fliesst am Ende der Nachklärbecken durch die knapp unter der Wasseroberfläche platzierten Rohre in die Aare.

Reinigungsstufe zur Elimination von organischen Spurenstoffen

Viele synthetische organische Stoffe aus Medikamenten, Haushaltchemikalien, Kosmetika oder industriellen Prozessen sind biologisch nicht abbaubar. Um auch diese für viele Wasserlebewesen schädlichen Stoffe aus dem Abwasser zu entfernen wird dieses mit Pumpen angehoben und in den Kontaktbecken mit Aktivkohle versetzt. Zusammen mit Eisensalzen und Flockungshilfsmitteln bildet die beladene Aktivkohle Flocken, die in den Absetzbecken abgetrennt und in die Kontaktbecken zurückgefördert werden. So bleibt die Aktivkohle mehrere Tage in Kontakt mit dem Abwasser und nimmt den grössten Teil dieser organischen Spurenstoffe auf. Laufend wird so viel Aktivkohleschlamm abgezogen, dass die Schlammmenge konstant bleibt. Der abgezogene Aktivkohleschlamm gelangt über die Biologie schliesslich in die Faulung und wird später mit dem Faulschlamm verbrannt. Das Wasser ist nun farb- und geruchlos sowie arm an organischen Stoffen.

Phosphatfällung

Mit der Zugabe von flüssigen Fällmitteln kann der Prozess in der Biologie unterstützt werden. Eingesetzt werden Eisensulfate zur Phosphatbindung und Aluminiumchloride zur Blähschlammbekämpfung. Weil die ARA Thunersee den Phosphor grösstenteils biologisch abbauen kann, hat sich der Chemikalieneinsatz deutlich reduziert.

Überschussschlamm-Entwässerung

Aus der Biologie wird der überschüssige Schlamm entfernt und auf den Seihtischen eingedickt. Mit der Zugabe von Flockungsmitteln wird ein besseres Abscheiden des Wassers von den Feststoffen erreicht. Dadurch wird das Volumen des Schlamms stark reduziert und erleichtert somit das weitere Handling.

Schlammfaulung

Zusammen mit dem Primärschlamm aus den Vorklärbecken wird der entwässerte Überschussschlamm aus der Biologie erwärmt und zur Schlammfaulung gepumpt. In den drei Faulbehältern verweilt der Schlamm rund 30 Tage bei einer konstanten Temperatur von 38 °C. Während dieser Zeit wandeln Bakterien unter Ausschluss von Sauerstoff zirka 1/3 der Feststoffe in Methangas um.

Gasometer

Das in der Schlammfaulung entstandene Gas gelangt in den Gasometer. Dieser ermöglicht uns eine Bewirtschaftung unserer Energieerzeugungsanlagen und gleicht Schwankungen in der Gasproduktion aus.

Biogas-Aufbereitungs-Anlage

Das Biogas aus der Faulung wird mit einer Biogasaufbereitungsanlage auf Erdgasqualität aufbereitet. Halbdurchlässige Membranen sorgen dafür, dass die kleinen CO2-Moleküle in die Atmosphäre abgegeben werden und das Methangas möglichst rein ins Gasnetz der Energie Thun AG eingespeist wird.

Stapelbehälter

Der ausgefaulte Schlamm wird bis zur Weiterverarbeitung in insgesamt drei Behältern zwischengelagert. Während der Lagerung wird der Schlamm umgerührt und so homogenisiert, was sich positiv auf die weiteren Prozesse auswirkt.

Prozessabwasserbehandlung

Der Abbau von stark mit Stickstoff belastetem Abwasser aus der Schlammentwässerung bedeutet in der Biologie einen grossen Energieaufwand, um genügend Sauerstoff für die Umwandlung in Nitrat-Stickstoff bereit zu stellen. Die Vorbehandlung dieses Zentratwassers in der Prozessabwasserbehandlung mit dem sogenannten DEMON-Verfahren hilft, die biologiesche Reinigungsstufe deutlich zu entlasten und dadurch auch die Energiekosten zu senken.

Schlammentwässerung

Der flüssige Klärschlamm aus den Stapelbehältern wird mit Zentrifugen zu einer stichfesten Masse entwässert und anschliessend in der KVA Thun verbrannt.

Werkstatt

Eine zweckmässige Werkstatt erlaubt kurzfristige Reparaturen und Instandstellungsarbeiten. Im Gebäude befinden sich auch Lagerräume für Betriebsmittel, eine Reinigungshalle, die Wasserversorgung und die Energieerzeugungsanlagen.

Verwaltungsgebäude

Im Verwaltungsgebäude befinden sich ausser der Schaltzentrale, von welcher aus die gesamte Anlage überwacht und gesteuert werden kann, auch das Labor, die Büros und die Garderoben für die Mitarbeiter/innen.

Spurenstoffe

Anlage zur Elimination von organischen Spurenstoffen

An der Versammlung vom 29. Oktober 2014 genehmigten die Delegierten den Planungs- und Baukredit von 25.87 Mio. Franken für den Bau einer Abwasserbehandlungsstufe mit Pulveraktivkohle zur Elimination von Mikroverunreinigungen.

Seither wurde der Planungsauftrag an die IG Mikropower - unter Federführung der Ryser Ingenieure AG aus Bern - vergeben. Weiter zum Team gehören Kuster + Hager Ingenieurbüro AG St. Gallen, Triform S.A. Fribourg sowie Ingenta AG aus Bern. Für die Fassadengestaltung sind die Rychener Zeltner Architekten AG aus Thun zuständig.

Innerhalb eines halben Jahres wurde aus dem Vorprojekt ein in vielen Teilen optimiertes Bauprojekt erarbeitet, für welches Ende Juni 2016 die Baubewilligung erteilt wurde.

Bereits im Herbst 2015 war der Auftrag für die Sandfiltration vergeben worden, da diese ausschlaggebend für das hydraulische Höhenprofil und somit wesentlich für die gesamte Höhenlage der neuen Anlage ist. Ende Juni 2016 ging der Auftrag für die Baumeisterarbeiten an die Marti AG, die sich ab Anfangs August auf dem Bauareal installiert hat und ab 17. August 2016 nach dem Spatenstich mit den grossen Bauarbeiten startete.

Die Fertigstellung und Inbetriebnahme der neuen Reinigungsstufe erfolgte im Sommer 2018.


Publikationen


Energie

Die ARA als Energielieferant

Bereits kurz nach der Inbetriebnahme der ARA 1972 sorgten Motoren für die energetische Nutzung des Klärgases zur Strom- und Wärmeerzeugung. 1986 sind die Gasmotoren ersetzt und mit Katalysatoren ausgerüstet worden. Die Stromproduktion konnte so ein erstes Mal gesteigert werden. Nach dem Ausbau der Anlage Ende der neunziger Jahre ist in Zusammenarbeit mit der EAWAG der Betrieb der neuen Biologie auf tiefen Energieverbrauch und betreffend Leistung optimiert worden. Weitere Optimierungen wie die Vergrösserung der Faulung mit einem dritten Faulraum, neue Membranen bei der Belüftung sowie neue energieeffiziente Blockheizkraftwerke führten schliesslich ab 2010 dazu, dass die ARA Thunersee mehr Strom erzeugte als sie verbrauchte. Daneben betrieb sie seit 1998 eine Fernheizanlage, mit der ein Sportzentrum, eine Schulanlage und eine Wohnüberbauung geheizt wurden.

Seit dem 18. Oktober 2017 bereitet die ARA ihr Biogas auf Erdgasqualität auf und speist das Gas ins Netz der Energie Thun AG ein. Der Energieinhalt des eingespeisten Gases ist grösser als der gesamte Energieverbrauch der ARA. Die Wärme bezieht die ARA neu bei der AVAG und sorgt zusammen mit weiteren Nutzern an der neuen Leitung für eine deutlich bessere Nutzung der Abfallwärme aus der KVA.

Die bisherigen Energiekennzahlen bis 2016 und Kommentare dazu können dem Bericht „Energiekennzahlen ARA Thunersee“ entnommen werden.

Naturpark

Unser Naturpark

Unsere Anlage wurde in den letzten 10 Jahren umfangreich erneuert und saniert und ist heute eine der modernsten Kläranlagen der Schweiz. Im Zuge dieser Arbeiten wurden auch unsere Grünflächen konsequent auf naturnahe Bepflanzung umgestaltet, was bedeutet, dass heute ein Grossteil der Begrünung aus einheimischen, teils stark bedrohten Pflanzen besteht. Wo früher öde Cotoneaster das Bild beherrschten, verwöhnen heute bunte, artenreiche Beete das Auge. Die einst monoton mit Rasen bedeckte Grünfläche besticht heute mit blühenden Magerwiesen, einem Feuchtbiotop und einem Regenrückhalteteich. Die dichten Wildhecken und die Obst- und Nussbäume bieten vielen Vögeln Schutz und Futter. Wo möglich wurden selbst Dächer und Fassaden begrünt. Wurzelstöcke und aufgeschichtetes Totholz bieten kleinen Säugetieren, Käfern und Insekten Nahrung und Unterschlupf. Für die Bienen erstellte man ein eigenes Wildbienenhaus und in Zusammenarbeit mit dem Vogelschutzverein wurden vielerorts Nistkästen aufgehängt. Als Resultat dieser Massnahmen wird unsere Anlage heute von unzähligen Insekten, Eidechsen, Kröten, Schlangen und Vögeln bevölkert; der beste Beweis dafür, dass eine naturnahe Bepflanzung ein echter Gewinn für Mensch und Umwelt ist!

Im Juni 2004 wurde unsere Anlage erstmals mit dem Qualitätslabel der Stiftung Natur und Wirtschaft als naturnahes Firmenareal zertifiziert. Das Label verlangt, dass mindestens 30 % der Grünflächen naturnah bepflanzt und gepflegt werden; bei der ARA Thunersee sind beinahe 100 % der Grünflächen des Firmenareals naturnah.

1‘000 gerettete Amphibien

Mehrere Millionen Liter Abwasser reinigt die ARA Thunersee jeden Tag. Dabei werden pro Jahr rund 1‘000 Amphibien angeschwemmt, die sich dank einer speziellen Ausstiegsrampe aus dem Sandfangbecken retten können. Die Tiere werden im nahegelegenen Feuchtgebiet wieder ausgesetzt.

Das Nebenprodukt: Biogas

Nebst geklärtem Wasser produziert die ARA Thunersee auch Biogas auf Erdgasqualität und speist dieses ins Netz der Energie Thun AG ein. Dabei ist der Energieinhalt des eingespeisten Gases grösser als der gesamte Energieverbrauch der Kläranlage. Die Wärme bezieht die ARA zusammen mit weiteren Nutzern aus der Fernwärmeleitung der Kehrichtverbrennungsnalage (KVA) der AVAG in Thun und sorgt damit für eine deutlich bessere Nutzung der Abwärme aus der Abfallverbrennung.

Mehr Ökonomie dank Ökologie

Diese ökologisch sinnvollen Aktionen zahlen sich aus: Einerseits bringen Gas und Fernwärme Geld ein und andererseits bewirkt die naturnahe Arealgestaltung tiefere Pflegekosten und erfreut Mitarbeiter und Besucher immer wieder mit ihrer Blütenpracht.

Besichtigung

Besuchen Sie die ARA Thunersee mit Ihrer Gruppe

Wir führen interessierte Gruppen ab ca. 10 Personen kostenlos über unsere Anlage. Geeignet sind unsere Führungen für Schüler und Schülerinnen ab der dritten Klasse sowie für alle Erwachsenen. Nach einer auf die Besuchergruppe angepassten Einführung können die daraus gewonnenen Informationen auf dem anschliessenden Rundgang durch die Anlage vertieft und allfällige Fragen beantwortet werden.

Auf dem Rundgang erhalten Sie umfassende Informationen über die Vielseitigkeit unserer Tätigkeiten rund um die Abwassereinigung und die damit verbundenen Kreisläufe. In Uetendorf werden Sie eine sehr moderne und entsprechend komplexe Abwasserreinigungsanlage kennen lernen. Reservieren Sie sich für den Besuch rund 2 Stunden.

Damit die Schüler die vermittelten Informationen besser einordnen und verstehen können, bitten wir Sie, das Thema Abwasser mit Ihrer Klasse vorgängig während mindestens 2 Lektionen zu behandeln. Einen Einführungsfilm und weitere Informationen sowie interessante Links finden Sie auf dieser Homepage. Weiter erwarten wir pro 10 Schüler mindestens eine erwachsene Begleitperson. Bitten lesen Sie dazu nachfolgend unsere Verhaltensregeln und Bestimmungen.

Falls Sie sich für eine Besichtigung unserer Anlage interessieren, können Sie sich mit dem nachfolgenden Formular direkt anmelden oder uns unter der Telefonnummer 033 346 00 80 zu den normalen Büroöffnungszeiten kontaktieren. Bitte beachten Sie, dass jeweils Montagvormittag und Freitagnachmittag keine Führungen möglich sind.

Das Team der ARA Thunersee freut sich auf Ihren Besuch!


Klanginstallation «Aares Lied»

Im Zuge des Neubaus der Reinigungsstufe zur Elimination von organischen Spurenstoffen wurde im Werkkanal zwischen der Nachklärung und dem neuen Anlageteil die Klanginstallation «Aares Lied» realisiert. Sie verbindet moderne Technologie mit ältester Kunst: Flötenklänge, gespielt auf der Rekonstruktion eines rund 40'000 Jahre alten Instrumentes, werden mit dem Rauschen der Aare und Geräuschen aus dem Alltag der ARA gemischt. Der Fundort der aus einem Schwanenknochen gefertigten Flöte in der Schwäbischen Alb liegt nahe bei Ulm, wo unser Reinigungsverfahren mit Pulveraktivkohle entwickelt wurde.

Die Klanginstallation bildet einen interessanten Kontrastpunkt auf der Führung durch unsere moderene, technische Anlage.

Erfahren Sie mehr über das Konzept der Klanginstallation und die involvierten Künstler in der nachfolgenden Broschüre.


Verhaltensregeln und Bestimmungen für Führungen

Ihre Sicherheit und Gesundheit ist uns wichtig, der Betrieb unserer Anlage eine Angelegenheit für Fachleute.

Deshalb gilt:

  • Im ganzen ARA-Areal ist das Rauchen verboten.
  • Während der Führung bleibt die Gruppe beisammen und hält sich an die Anweisungen des ARA-Personals.
  • Türen, Tore, Schränke werden nur vom ARA-Personal geöffnet.
  • Das Betätigen von Schaltern ist ausschliesslich Sache des ARA-Personals.
  • Aus hygienischen und Sicherheitsgründen ist die Berührung von Maschinen, Geräten, Schiebern usw. zu unterlassen.
  • Während des Rundgangs wird aus hygienischen Gründen auf das Essen und Trinken verzichtet.

Bestimmungen für Schulen bzw. Führungen mit Kindern und Jugendlichen

  • Damit die Schüler die vermittelten Informationen besser einordnen und verstehen können, bitten wir Sie, das Thema Abwasser mit Ihrer Klasse vorgängig während mindestens 2 Lektionen zu behandeln. Einen Einführungsfilm und weitere Informationen sowie interessante Links finden Sie auf dieser Website.
  • Pro 10 Schüler / Jugendliche ist mindestens 1 Begleitperson erforderlich (d.h. ab 11 Schüler mindestens 2, ab 21 mindestens 3).
  • Die Begleitpersonen haben die obenstehenden Verhaltensregeln gelesen und unterstützen deren Einhaltung.
  • Das ARA-Personal ist berechtigt, eine Führung abzubrechen, wenn die Verhaltensregeln nicht eingehalten werden.

Anmeldeformular für Betriebsbesichtigungen

Mit nachfolgendem Formular können Sie eine Gruppe ab ca. 10 Personen für eine Führung durch die ARA Thunersee anmelden. Bitte beachten Sie unbedingt unsere zuvor genannten Verhaltensregeln und Bestimmungen, diese müssen Sie akzeptieren um sich anmelden zu können. Ferner weisen wir Sie darauf hin, dass der gewünschte Termin aus organisatorischen Gründen frühestens in zwei Wochen sein darf und nicht auf einen Montagvormittag oder Freitagnachmittag fallen darf.

Wichtig: Ein Besichtigungstermin gilt erst dann als gesichert, wenn wir Ihnen diesen schriftlich (per Brief oder E-Mail) bestätigt haben.

Bitte beachten: Das Absenden des Formulars dauert einige Sekunden. Bitte warten Sie bis eine entsprechende Erfolgsmeldung angezeigt wird.

Film

Unser Image-Film

Unser Film bietet in rund 12 Minuten einen informativen Überblick über die Aufgaben und Leistungen der ARA Thunersee und das Thema Abwasser generell.
Möchten Sie unseren Film in HD-Qualität geniessen, finden Sie diesen auf dem Videoportal Vimeo

Bitte beachten Sie, dass der 2011 produzierte Film in einigen Bereichen nicht mehr den aktuellen Stand abbildet.